
Die Sängervereinigung Eintracht Fidelio stimmte in zwei Konzerten auf Weihnachten ein. Über 30 Sänger zogen musikalisch dem Licht entgegen.
Mit zwei Konzerten in Trais-Horloff und Ober-Widdersheim hat die Sängervereinigung Eintracht Fidelio Ober-Widdersheim das Publikum auf Weihnachten eingestimmt. „Wir wandern in diesem Jahr musikalisch dem Licht entgegen“, sagte Chorleiterin Dorothea Grebe in der evangelischen Kirche. Passend dazu eröffnete die Komposition „Lichterzug“ das Konzert: Die Sängerinnen und Sänger zogen aus dem dämmrigen Kirchenschiff in den hellen Chorraum unter dem Herrnhuter Stern, begleitet von Hans Martin Kaiser an der Orgel.
Beim Blick in die vollbesetzte Kirche freute sich Vorsitzende Elke Gambach über die große Resonanz auf das Traditionskonzert. Sprecher Achim Lenz ergänzte eine kurze Betrachtung über den „Weg zu Gott“ und die symbolischen Gaben.
Advent als eine Zeit der Buße, des Neuanfangs im Kirchenjahr und der Vorbereitung auf Christi Geburt prägte den zeitgenössischen Chorsatz „Der Weg nach Bethlehem“ von Rainer Haak.
Eindrucksvolle Textausdeutung
Von Eduard Grell, einem Komponisten des 19. Jahrhunderts, stammt die anschließend vorgetragene Komposition „Dem in der Finsternis wandelnden Volke“. Eindrucksvoll gelang dem Chor die Textausdeutung, die schmerzliche Zeile „…im Schatten des Todes“ und die Harmonik des Abschnitts „Herr, du hast deine Erde geliebt, du hast deine Erde gesegnet“. Danach erklang das alte Weihnachtslied „Maria durch ein Dornwald ging“ mit einem strahlenden Sopransolo von Fides Grebe.
Auch kurze Geschichten können aussagekräftig sein. Fides Grebe las „Jakob wartet auf Weihnachten“ von Lena Mayer-Skumanz. Darin geht es um einen kleinen Jungen, der es fast nicht mehr bis zum Fest aushält. Im Gespräch mit seiner Mutter wird ihm klar: „Gemeinsam auf Schönes warten, ist gar nicht so arg!“
Freudig folgte „I see a star“ von Hans Unterweger mit Summeffekten, zärtlich und im Rhythmus eines Wiegenliedes „Dormi dormi bel Bambin“, einem alten Volkslied aus dem Tessin. Die Gemeinde wurde einbezogen und sang zur Orgelbegleitung „Es ist ein Ros‘ entsprungen“. Dorothea Grebe sprach eine Betrachtung zu den „Sieben Tagen vor Weihnachten“.
Als eindringliche liturgische Bitte erklang das Antiphon „Veni veni Emanuel“ des ungarischen Komponisten und Musikpädagogen Zoltán Kodály. Aus dem 16. Jahrhundert stammt „Gaudete, Christus est natus“ – der sechsstimmige Satz von Brian Kay ließ die Stimmgruppen in hellen und dunklen Klangfarben hervortreten.
Anschließend lud Dorothea Grebe wieder zum Mitsingen ein. Aus Taizé stammt die Vertonung des Lobgesangs der Maria: Grebe teilte zwei Stimmgruppen ein, dann erklang zur Orgelbegleitung das „Magnificat“ als Kanon. Elke Gambach dankte dem Organisten und den engagierten Sängern.
Überraschung vor der Kirche
Mit einem kleinen Geschenk wandte Gambach sich an Dorothea Grebe: „Du hast mit viel Kraft dieses Konzert mit uns erarbeitet, hast uns immer ermutigt und viel Geduld mit uns – hoffentlich bleibst Du uns noch lange erhalten.“ Grebe hatte dazu beigetragen, dass jüngere Sänger zum Chor gestoßen sind. Beim Konzert traten über 30 Mitglieder und vier Projektsängerinnen auf.
Achim Lenz trug die Betrachtung „Tiefer Friede“ zu schönen Naturbildern vor, inspiriert durch einen irischen Friedensgruß. Mitreißend erklang das afrikanische „Salamu Mama Maria“ in einem Satz von Lorenz Maierhofer, begleitet von Daniel Rosenkranz am Tamburin – der Beifall war lang und stürmisch. Mit einer Wiederholung des „Gaudete“ und Gambachs Weihnachtswünschen endete das Konzert.
Eine Überraschung erwartete die Zuhörer draußen. Vor der Kirche brannte ein Feuer; Vereinsmitglieder hatten heißen Glühwein, Punsch und Snacks vorbereitet. Viele blieben noch ein Weilchen und genossen die Gemeinschaft.
